Es gibt diesen einen Moment, den viele Katzenhalter kennen: Man schaut sein Tier an – und merkt plötzlich, dass es nicht mehr ganz so jung ist wie früher. Die Bewegungen sind ruhiger geworden, der Schlaf ein bisschen tiefer, die Abenteuerlust etwas gezügelter. Und doch ist da etwas Neues entstanden: eine ganz besondere Form von Nähe. Das Leben mit einer alten Katze ist anders. Nicht schlechter – nur leiser, bewusster und oft intensiver. Burli begleitete uns neun Jahre durchs Leben, bevor er starb. Mit den Jahren verändert sich nicht nur die Katze, sondern auch die Beziehung zu ihr. Routinen werden wichtiger. Kleine Gesten bekommen mehr Bedeutung. Das gemeinsame Sofa wird zum Lieblingsort, und selbst ein ruhiges Nebeneinander hat plötzlich etwas sehr Verbindendes. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Unser Burli, der uns neu Jahre lang begleitete - und anfangs wirklich ein wahrer Haudegen war - wurde Jahr um Jahr anhänglicher, etwas, was wir in der Form von ihm...
Wie ich zu meiner Familie kam, das wisst ihr ja jetzt bereits. Ich war damals noch recht schüchtern, deshalb hat mich die Tochter der Familie erst einmal "gezähmt". Ja, ihr habt richtig gelesen. Wie sie das gemacht hat? Ganz einfach - sie hat für mich in ihrem Zimmer ein Zelt gebaut mit gaaaannzzzzz vielen Kissen. Dann hat sie sich zu mir gesetzt und mir - jetzt passt ganz genau auf - stundenlang - stundenlang Katzenmärchen vorgelesen. Da wärt ihr auch ganz zahm geworden ... Ja, das bin ich - jugendlicher Kater. Und Held eines ganzen Buches ... na ja, nicht ganz, andere Katzen spielen da auch schon eine Rolle. Wer hat denn auch ahnen können, dass diese Familie ganz viel mit Büchern zu tun hat. Egal, mein Schaden wars jedenfalls nicht, hab es bei denen eigentlich ganz gut getroffen. Bin sogar (fast) Held eines ganzen Buches geworden - die anderen Katzen da drin ignorieren wir mal. Aber von dem Buch "Meine Katze ... und ich" - ich bin das auf dem Titelbild - will i...